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Studio – Kollektive Erinnerungsabeit

Leitung: Mag.a Rosemarie Ortner, Mag.a Marion Thuswald

alle Teilnehmer_innen hier

Beratung hier

Alle Teilnehmer_innen der Forschungsgruppe verschriftlichen eigene Erinnerungen zu einem gemeinsam vereinbarten Impulssatz. In Anlehnung an die Methode der Kollektiven Erinnerungsarbeit analysiert die Gruppe die Texte im Hinblick auf Subjektkonstruktionen und Differenzen. Die Einzelergebnisse werden am Ende zusammengeführt und auf Handlungsmöglichkeiten bezogen.


Zum Verlauf

In der Pilotphase wurde die Methode der Kollektiven Erinnerungsarbeit nach Frigga Haug adaptiert und auf pädagogische Professionalisierung und Differenzen bezogen.

Alle Teilnehmer_innen schrieben eine erinnerte Situation aus ihrer pädagogischen Praxis zu dem gemeinsam vereinbarten Szenetitel: „Als ich einmal etwas tun musste, das ich nicht wollte“. Fünf der neun Geschichten wurden in einem kollektiven Prozess genau analysiert. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie ein professionell handelndes Subjekt konstruiert wird und welche Unterschiede und Unterscheidungen dabei entworfen und betont werden.

Verschiedene Arten von Differenzen wurden dabei sichtbar, für die wir vorläufige Bezeichnungen gefunden haben: allgemein gesellschaftlich strukturierte Differenzen, (z.B. Gender), pädagogisch-institutionelle Differenzen, (z.B. Lehrer_in/Schüler_in, erfahrene Pädagog_in/Praktikant_in), Differenzen in einem Selbst sowie Differenzen in Gruppen (z.B. laute und leise Kinder).

So demonstrierte etwa eine Geschichte, wie institutionelle Differenz und Gender-Differenz ineinander greifen können: Zu Beginn erzählt die Geschichte von einer jungen Praktikantin, die passiv und unsicher den „wilden Burschen“ im Ballkäfig gegenübersteht. Später rufen die Kinder sie als Streitschlichterin an, von den „wilden Burschen“ wird dann nur mehr als „Kinder“ geschrieben. Ab dem Moment, in dem in dieser Konstruktion ihre Rolle als aktiv pädagogisch Handelnde und damit die Differenz Pädagogin / Kinder wichtiger wird, tritt die Gender-Differenz in den Hintergrund.

Die Analysen ermöglichten einen neuen und oft überraschenden Blick auf die Geschichten. Außerdem führten sie schließlich zur Frage nach den Handlungsmöglichkeiten, welche durch die Subjektkonstruktionen eröffnet und verhindert werden: Eine Pädagogin, die sich ihrer Einschätzung einer Situation oder eines Kindes allzu sicher ist, mag zwar handlungsfähig sein, verstellt sich aber selbst Lernmöglichkeiten.

Um uns verhinderte Handlungsmöglichkeiten bewusst zu machen und sie konkret durch zu denken, wurden beim letzten Treffen verschiedene Variationen der analysierten Geschichten als Comics gezeichnet und dabei erprobt.

Erste ausgewählte Ergebnisse der Pilotphase wurden in Form eines Posters bei der Tagung „Biographie und Gesellschaft“ (Universität Wien, Juni 2011) präsentiert.

In der Hauptphase haben wir dem Vorgehen noch zwei Elemente hinzugefügt: Analytische Erzählungen sind verschriftlichte Analysen in Fließtextform, die diese auch für Personen zugänglich machen, die nicht anwesend waren. Das wurde notwendig, weil wir verstärkt in Kleingruppen gearbeitet haben. Weiters erprobten wir szenische Aufstellungen der Beziehungen in den Geschichten.